Hausmittel – Die Anti-Pilz-Diät

Natürliche Heilmittel sind zurzeit im Trend. Gerade beim Thema Scheidenpilz kursieren jedoch diverse Tipps aus der Hausapotheke, welche die Erkrankung nicht heilen und im schlimmsten Fall sogar verschlechtern können.

Viele Ratschläge sind längst überholt und widerlegt

Überlieferte Ratschläge zum Thema Scheidenpilz stammen oft aus Zeiten, in denen Betroffene mangels wirksamer Arzneien versuchten, die Symptome der Erkrankung mühsam mit natürlichen Mitteln zu lindern. Auch unter Freundinnen sowie im Internet halten sich diese Mythen hartnäckig.

Die moderne Scheidenpilz-Therapie ist mit sicheren, gut verträglichen Arzneimitteln (z.B. KadeFungin 3) jedoch in der Lage, auch die Ursachen der Infektion zu behandeln und auf diese Weise rasche Beschwerdefreiheit und langfristige Behandlungserfolge zu erzielen.

Viele Tipps aus alten Zeiten sind deshalb sicherlich auch heute noch gut gemeint – in Sachen Wirksamkeit aber längst überholt oder widerlegt.

Moderner Mythos: Die Anti-Pilz-Diät

Besonders populär ist nach wie vor die so genannte Anti-Pilz-Diät. Immer wieder hört man von der Strategie, den Scheidenpilz durch zuckerarme Kost „auszuhungern“. Es ist richtig, dass sich Hefepilze wie der Erreger von Scheidenpilz, „Candida albicans“, von Glucose (= Zucker) ernähren. Allerdings konnte durch keine Studie belegt werden, dass bei kohlenhydratarmer Nahrung der Befall seltener wird. Eine Anti-Pilz-Diät bei Scheidenpilz ist deshalb nicht empfehlenswert.

Tampons mit Joghurt

Mythos: In Joghurt enthaltene Milchsäurebakterien können die angeschlagene Scheidenflora regenerieren und den Scheidenpilz auf diese Weise verdrängen.

Heute weiß man: Neben Milchsäurebakterien tummeln sich in Joghurt auch jede Menge andere Bakterienkulturen, die auf jeden Fall nicht in die natürliche Vaginalflora gehören. Zudem befinden sich oft auch in Naturjoghurt chemische Zusätze, Konservierungsstoffe und in manchen Fällen auch Zucker. Die Behandlung mit joghurt-getränkten Tampons kann deshalb zu Reizungen der Scheidenschleimhaut, Entzündungen und Verschlimmerung der Pilzerkrankung führen.

Essig-Spülungen

Mythos: Scheidenspülungen mit Essig können den pH-Wert der Scheide senken.

Heute weiß man: Es ist ein Irrglaube, dass man das Scheidenmilieu durch eine Spülung mit Essigwasser langfristig in den idealen „sauren“ Zustand versetzen kann. Im Gegenteil: Die sensible Scheidenflora kann durch solch eine Maßnahme noch stärker aus dem Gleichgewicht geraten. Die Heilung der Scheidenpilzinfektion wird deshalb durch eine aggressive Essigspülung nicht beschleunigt, sondern erschwert.

Sitzbäder

Mythos: Tägliche Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt, Ringelblüte, Kamille, Scharfgabe oder Zinnkraut können den Scheidenpilz „wegspülen“.

Heute weiß man: Patienten schätzen häufig die entspannende Wirkung von Sitzbädern mit Kräuterzusätzen. In einigen Fällen kann es kurzfristig zu einer Linderung der Symptome kommen. Den Scheidenpilz heilen oder seine Ursachen beheben, können sie jedoch nicht. Bei Sitzbädern ist außerdem besondere Vorsicht geboten, weil bestimmte Zusätze sogar Allergien begünstigen können.

Knoblauch und Teebaumöl

Mythos: Beides gilt als desinfizierend und keimabtötend. Oft wird empfohlen, Knoblauch zusammen mit einem Joghurt-Tampon (siehe oben) in die Scheide einzuführen. Teebaumöl soll stark mit Wasser verdünnt als Scheidenspülung oder Zusatz im Sitzbad (siehe oben) angewandt werden.

Heute weiß man: Scharfer Knoblauch und das ätherische Teebaumöl sind viel zu aggressiv für die empfindliche Scheidenflora. Beide Substanzen können die Vaginalschleimhaut austrocknen und dadurch mehr Schaden anrichten, als helfen.

Naturschwämme

Mythos: Einige Frauen benutzen Scheidenschwämmchen, um Joghurt, verdünntes Teebaumöl oder Knoblauch als Maßnahme gegen Scheidenpilz in die Vagina einzuführen.

Heute weiß man: Naturschwämme sind nicht besonders hygienisch und eine geradezu ideale Brutstätte für Keime. In Tausenden Winkeln können sich Krankheitserreger festsetzen und rasch vermehren.

Fazit

Scheidenpilzinfektionen gelten als harmlos, können aber hartnäckig und sehr unangenehm sein. Die Erkrankung sollte von Betroffenen ernst genommen und gewissenhaft behandelt werden werden (im Zweifel mit Hilfe eines Arztes). Auf diese Weise kann die Wahrscheinlichkeit von Rückfällen, langwierige Verläufe und andere Komplikationen vermindert werden. Scheidenpilzinfektionen sollten nach neuseten, gesicherten Erkenntnissen behandelt werden.

Wen betrifft Scheidenpilz

Die Wahrscheinlichkeit, sich irgendwann im Leben mit Scheidenpilz zu infizieren, ist ziemlich hoch: Drei von vier Frauen sind mindestens einmal betroffen. Ursache für die Erkrankung sind vor allem hormonelle Schwankungen - die in bestimmten Lebensphasen unvermeidlich sind.
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