Glossar

Unter einem gynäkologischen Abstrich versteht man die Entnahme von Sekret aus der Vagina (Scheide) sowie Zellmaterial vom äußeren Muttermund, dem Zervixkanal (Gebärmutterhalskanal) oder der oberen Scheidenwand. Die Entnahme erfolgt mit einem sterilen Wattetupfer, bzw. einer kleine Bürste und kann Aufschluss geben über vorliegende Erkrankungen wie Bakterien- und Pilzinfektionen. Zusätzlich dient er zur Krebsfrüherkennung und zur Bestimmung des Reifegrades des Scheidenepithels.

Ein Applikator dient als Einführhilfe für Vaginaltabletten, Vaginalgels und Vaginalcremes. Er hilft, die Vaginaltablette, das Vaginalgel oder die Vaginalcreme tief genug in die Scheide einzuführen. Werden die Vaginaltablette, das Vaginalgel oder die Vaginalcreme nicht tief genug eingeführt, so kann die Wirkstoff-haltige Masse wieder aus der Scheide austreten, wodurch der Wirkung gemindert wird. Die Therapie kann dadurch unzureichend sein.
Während der Schwangerschaft sollten starre Applikatoren auf Grund der Verletzungsgefahr nicht angewendet werden. Einige Applikatoren wurden jedoch für die Anwendung in der Schwangerschaft entwickelt. Hierzu sollte unbedingt der Beipackzettel gelesen werden.

Ein Antibiotikum ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Es wird durch den Arzt verschrieben, wenn er eine entsprechende Erkrankung festgestellt hat.

Als bakterielle Vaginose bezeichnet man eine Fehlbesiedelung der Scheide mit Bakterien, z.B. Gardnerella vaginalis. Sie äußert sich durch vermehrten, dünnflüssigen, manchmal schaumigen, grau-weißlichen, fischig riechenden Ausfluss sowie einen meist deutlich erhöhten pH-Wert (pH≥5).

Candida albicans ist ein Hefepilz, der häufig auf Schleimhäuten und in feucht warmem Milieu zu finden ist. Hierzu zählen z. B. Mund, Rachen, Darm aber auch der Genitalbereich. Ist Candida albicans in geringe Zellzahl vorhanden, was bei vielen Menschen der Fall ist, macht er keine Probleme. Vermehrt er sich aber, so können Pilzinfektionen, z.B. Scheidenpilzinfektionen, entstehen. Als Ursachen für eine Vermehrung von Candida albicans können unter anderem eine lokale Immunschwäche, die Einnahme von Antibiotika, Stress oder eine Veränderung des Hormonhaushaltes (Schwangerschaft, Eintritt in die Wechseljahre (Östrogendominanz)) in Frage kommen.

Clotrimazol ist ein antimykotisch, d.h. gegen Pilzinfektionen wirkender Arzneistoff. Er wird beispielsweise zur Behandlung von Scheidenpilzinfektionen angewendet, die von dem Hefepilz Candida albicans hervorgerufen wurden.

Gardnerella vaginalis ist ein grampositives Bakterium, dass bei Frauen bei übermäßiger Vermehrung in der Scheide als ein Leitkeim der bakteriellen Vaginose gilt.

Hormone sind Signal- oder Botenstoffe, die in bestimmten Organen oder Geweben gebildet und entweder an die Umgebung oder in das Blut abgegeben werden, welches sie zu den spezifischen Wirkorten, den Zielorganen, transportiert. Hier steuern sie die Körperfunktionen und haben beispielsweise Einfluss auf den Stoffwechsel, das Wachstum oder die Fortpflanzung.

Laktobazillen sind grampositive Bakterien, die zur physiologischen Scheidenflora der Frau gehören und Glykogen in Milchsäure vergären. Die kontinuierliche Produktion von Milchsäure ist notwendig, um den pH-Wert (Säuregrad) der Scheide sauer zu halten. Ist der pH-Wert der Scheide sauer genug, können sich die meisten krankheitserregenden Bakterien nicht vermehren.

Milchsäure wird durch Milchsäurebakterien (Laktobazillen) in der Scheide aus Glykogen hergestellt. Sie ist verantwortlich für das saure Milieu der Scheide, das als körpereigener Abwehrmechanismus gegen schädliche Erreger dient. Ist nicht genügend Milchsäure vorhanden beispielsweise durch einen Rückgang der Laktobazillen-Anzahl durch Antibiotikagabe oder Veränderungen des Hormonhaushaltes, ist die Scheide anfälliger für Infektionen.

Als Menopause bezeichnet man den Zeitpunkt der allerletzten Menstruation einer Frau.
Ab diesem Zeitpunkt ist eine Frau nicht mehr fruchtbar.

Östrogene sind weibliche Sexualhormone, die zusammen mit dem Gestagen Progesteron und FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) den weiblichen Zyklus steuern. Östrogene werden in den Eierstöcken und während der Schwangerschaft auch von der Plazenta produziert. Die wichtigsten Östrogene sind Estradiol, Estriol und Estron.

Der pH-Wert ist definiert als der negativ dekadische Logarithmus der Wasserstoffionen-Konzentration. Er gibt an wie sauer oder basisch eine wässrige Flüssigkeit ist.

Ein Ping-Pong-Effekt bezeichnet die wiederholte Übertragung einer Erkrankung, z.B. einer Pilzinfektion von einem Partner zum anderen, genauso wie bei einem Tischtennisspiel. Treten vaginale Infektionen häufiger auf, so sollte der Partner sich untersuchen lassen und als Übertragungsquelle ausgeschlossen werden. Leidet er unter der gleichen Infektion, sollte er unbedingt mitbehandelt werden.

Eine Scheidenpilzinfektion (Scheidenpilz, Vaginalmykose oder, wenn die Labien (Schamlippen) mitbetroffen sind, Vulvovaginalmykose) wird durch Candida-Arten (Hefepilze), vor allem durch Candida albicans, hervorgerufen. Zu den typischen Symptomen einer Infektion mit Candida albicans gehören Juckreiz, Brennen, „quarkähnlicher“ weißer, bröckeliger Ausfluss sowie Rötung und Schwellung im Bereich der Vulva (äußere, primäre Geschlechts-organe der Frau, die die Schamlippen, den Venushügel, die Klitoris sowie den Scheidenvorhof inklusive Scheideneingang umfassen). Obwohl Candida-Arten bei vielen Frauen zur normalen Vaginalflora gehören und keine Probleme verursachen, kann es z.B. auf Grund von Änderungen des Hormonhaushaltes, Einnahme von Medikamenten (Antibiotika, Pille etc.) oder auch Stress möglich sein, dass sich Hefepilz übermäßig vermehren, wodurch es zum Auftreten der genannten Symptome kommt. Die Behandlung erfolgt mit Antimykotika, sog.“ Antipilzmitteln“.

Als Scheidenflora wird die normale, physiologische mikrobielle Besiedelung der Scheide bezeichnet. Sie schützt vor dem Eindringen von Krankheitserregern. Dieses geschieht zum einen durch die dichte Besiedlung der Scheide, die keinen Platz für andere Mikroorganismen lässt, zum anderen produzieren Milchsäurebakterien (Laktobazillen) Milchsäure, durch die das saure Milieu der Scheide entsteht. Der normale pH-Wert der Scheide einer Frau im gebärfähigen Alter beträgt 3,5-4,5. Bei diesem pH-Wert vermehren sich die meisten schädlichen Bakterien nicht mehr.

Als Schmierinfektion bezeichnet man eine indirekte Übertragung von Erregern. Durch Berührung eines mit Krankheitserregern kontaminierten Gegenstandes (auch Haut) und der anschließenden Berührung von Haut oder Schleimhaut wird der Erreger übertragen. Eine Schmierinfektion ist beispielsweise eine Übertragung von Bakterien und Pilzen vom After in die Scheide durch falsche Wischtechnik oder Wechsel von Anal- auf Vaginalverkehr ohne Kondomwechsel. Ist die Immunabwehr geschwächt, kann die betroffene Person z.B. an einer Scheidenpilzinfektion oder einer bakteriellen Scheideninfektion erkranken.

Als Wechseljahre (Klimakterium) wird die Zeit der Hormonumstellung vor und nach der letzten Regelblutung (Menopause) bezeichnet. In dieser Zeit nimmt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone, vornehmlich Estradiol und Progesteron, ab. Die Wechseljahre werden in Prämenopause, Menopause, Perimenopause und Postmenopause unterteilt. Als Symptome können Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Trockenheit der Scheide auftreten.
Prämenopause: Ab der Prämenopause, die vor der Menopause liegt, ändert sich nach und nach das Gleichgewicht zwischen den weiblichen Hormonen. Als erstes sinkt der Progesteron-Spiegel. Die Menstruation tritt in dieser Zeit unregelmäßiger ein. Erste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre können ca. ab dem 40. Lebensjahr auftreten.
Menopause: Als Menopause bezeichnet man den Zeitpunkt der allerletzten natürlichen Menstruation einer Frau. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Frau nicht mehr fruchtbar. Die Menopause tritt meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein.
Postmenopause: Als Postmenopause bezeichnet man die Zeit zwischen der letzten Menstruation und dem Eintritt ins Senium (Greisenalter). Die Postmenopause dauert ca. 10 bis 15 Jahre.