Ursachen für Scheidenpilz2022-04-25T16:03:16+02:00

Die Scheidenpilz-Ursachen – nicht nur eine, sondern viele

Die Ursachen für Vaginalpilzinfektionen sind verschieden. Sie reichen von einem geschwächten Immunsystem über eine gestörte Vaginalflora bis hin zu ungünstiger Kleidung. Was immer die Scheidenpilz-Ursache ist: Pilze mögen es warm, daher siedeln sie sich häufig im Intimbereich an. Erfahren Sie die häufigsten Ursachen für Scheidenpilze und was Sie tun können, um sich erfolgreich zu schützen.

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Was sind die Ursachen von Scheidenpilz?

Die gesunde Scheide beherbergt Millionen sogenannter scheidentypischer Bakterien. Bei der Frau im gebärfähigen Alter dominieren die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) die Scheidenflora. Durch die Bildung von Milchsäure – daher ihr Name – sorgen sie für ein saures Milieu, in dem sich die meisten Bakterien oder Pilze nicht oder nur in harmloser Zahl wohlfühlen. Für die Laktobazillen selbst bietet das saure Milieu optimale Vermehrungsbedingungen, so dass diese in hoher Zahl in der Vagina siedeln und andere Keime erfolgreich verdrängen und eindämmen.

Laktobazillen bilden einen natürlichen Schutz vor Eindringlingen. Wird diese Schutzschicht jedoch beeinträchtigt, können unerwünschte Mikroorganismen, beispielweise aus dem Enddarm oder der Haut, leichter die Oberhand gewinnen. Mit anderen Worten: Eine geschwächte Scheidenflora ist eine der wesentlichen Scheidenpilz-Ursachen. Übrigens sind 75 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Leben von einem Vaginalpilz betroffen.

Was nun kann das Milieu der Scheide beeinträchtigen und einem Scheidenpilz die Tür öffnen? Zu den hauptsächlichen Ursachen zählen:

  • hormonelle Schwankungen – wie sie typischerweise in der Pubertät, in der Schwangerschaft, innerhalb des Zyklus und in den Wechseljahren vorkommen
  • Immunschwäche
  • die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika, Kortison oder Antibabypille
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes)
  • falsche oder übertriebene Intimhygiene
  • vitaminarme Ernährung und übermäßiger Stress

Hormonsprünge – eine der Hauptursachen

Hormonelle Schwankungen beeinflussen bestimmte Stoffwechselprozesse, auch in den Zellen der Vaginalhaut. Während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren und selbst im Verlauf des weiblichen Zyklus verändert sich die Östrogenmenge. Ist Östrogen nicht in ausreichendem Maß vorhanden, entsteht zu wenig Glykogen, ein wichtiger Mehrfachzucker, der in bestimmten Zellen der Vaginalhaut aktiv ist. Die Laktobazillen der Scheide brauchen das Glykogen, um Milchsäure daraus zu machen.

Kurzum: Milchsäurebakterien benötigen eine Art „Wohlfühlmilieu“, um sich optimal fortzupflanzen. Ohne ausreichend Milchsäurebakterien im Scheidenmilieu haben es Pilze oder andere Erreger leichter.

Da auch die Pille oder eine Hormonersatztherapie in den Hormonhaushalt eingreifen, können auch sie die vaginale Balance beeinträchtigen.

Krankheiten und ein schwaches Immunsystem

Auch Krankheiten oder Stoffwechselstörungen können das Risiko für einen Vaginalpilz erhöhen. Dazu zählen Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen und allgemein alle Krankheiten, die das Immunsystem stark schwächen.

Diabetes als Ursache für Scheidenpilz

Allgemein fällt dem Immunsystem die Aufgabe zu, uns vor Viren, Bakterien oder Pilzen zu schützen oder sie zu bekämpfen, sollten sie die Abwehr überlistet haben. Da das Immunsystem auf den gesamten Körper wirkt, begünstigt eine allgemeine Abwehrschwäche auch vaginale Infektionen.

Medikamente als Scheidenpilz-Ursache

Auch manche Medikamente schwächen das Scheidenmilieu. Typisch ist die erhöhte Anfälligkeit der vaginalen Flora durch die Einnahme von Antibiotika. Sie bekämpfen zwar die unerwünschten Bakterien. Leider töten sie aber auch viele nützliche Bakterien, wie die Milchsäurebakterien im Darm oder in der Scheide. Pilzsporen wie Candida albicans haben es ohne den natürlichen Schutz der Vaginalflora und dem sauren Scheidenmilieu leichter und beginnen, sich rasch zu vermehren.

Je länger ein Antibiotikum angewendet wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Scheidenpilzinfektion. Auch Kortison oder Medikamente gegen Rheuma können die Ausbreitung von Scheidenpilzen begünstigen, da sie immunsuppressiv wirken.

Daher empfehlen viele Ärzt:innen begleitend zur oder nach der Antibiotika-, Kortison-, oder Rheuma-Therapie die Einnahme von Präparaten zur Stabilisierung der natürlichen Darm- und Hautflora. Für die Unterstützung der natürlichen Vaginalflora, um beispielsweise einem Scheidenpilz vorzubeugen oder nach Behandlungen mit diesen Medikamenten, ist eine Milchsäurekur über sieben Tage zu empfehlen.

Intimhygiene – die „unscheinbaren“ Scheidenpilz-Ursachen

Hygiene ist selbstverständlich. Routiniert steigen wir morgens in die Dusche, greifen zu Duschgel und Seife. Wir pflegen den Intimbereich mit feuchtem Toilettenpapier oder Intimdeodorant. Stets im Glauben, richtig zu handeln und uns etwas Gutes zu tun. Falsch gedacht: Denn all diese eingespielten Hygiene-Routinen können Ursache für eine Pilzinfektion sein.

Sowohl aggressive Seifen als auch parfümierte Intimpflegeprodukte reizen die empfindlichen Intim-häute und machen ihre natürliche Schutzschicht durchlässiger. Gleichermaßen beeinträchtigt der pH-Wert der Duschgele und Seifen das saure Scheidenmilieu. Verwenden Sie daher für Reinigung und Pflege ausschließlich Produkte, die auf das saure Vaginalmilieu abgestimmt sind.

Bleiben wir noch kurz unter der Dusche: Auch Waschlappen und Schwämme können einen Nährboden für Mikrokeime bilden. In diesem Zusammenhang gilt: lieber darauf verzichten oder nach einer Anwendung wechseln. Teilen Sie außerdem keine Handtücher mit anderen und waschen Sie die Badwäsche immer bei 60 Grad.

Sollten Sie gerne Slipeinlagen zum Wäscheschutz tragen, achten Sie darauf, dass diese atmungsaktiv und parfümfrei sind, denn „falsche“ Slipeinlagen können den Luftwechsel verhindern.

Sex – eine seltene Scheidenpilz-Ursache

In seltenen Fällen kann der Scheidenpilz-Erreger Candida albicans durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Grundsätzlich kann der Pilz auch im männlichen Genitalbereich siedeln. Ein Pilz allein macht allerdings noch keine Infektion. Erst bei zu starker Vermehrung, kann sich ein sogenannter Penispilz (Balanitis) entwickeln und Beschwerden verursachen, was bei Männern allerdings selten passiert, da das Milieu unter der Vorhaut trockener ist.

Wird der Pilz beim Geschlechtsverkehr hin und hergereicht, spricht man vom Ping-Pong-Effekt. Er kann beispielsweise dafür sorgen, dass sich bei geschwächter Scheidenflora eine Infektion „rätselhaft“ in die Länge zieht oder wiederkehrt – obwohl sie bereits behandelt wurde. Treten nach ungeschütztem Sex Beschwerden beim Partner auf oder heilt ein Scheidenpilz trotz Therapie nicht aus, sollten Sie oder Ihr Partner sich ärztlich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Ein weiterer Risikofaktor beim Sex ist der Wechsel von Anal- auf Vaginalverkehr. Auf diese Weise gelangen Darmbakterien in den Vaginalbereich, wo sie „Unheil“ anrichten können. Meiden Sie das besser und schützen Sie sich beim Sex mit Kondomen, wenn Ihre Partner im Bett häufiger wechseln. Um die Heilung der Infektion nicht zu gefährden, sollten Sie während einer Scheidenpilz-Behandlung auf Sex verzichten und in den Tagen danach besser Kondome benutzen.

Ernährung – die bittersüße
Scheidenpilz Ursache

Wer öfter an einer Scheidenpilzinfektion leidet, sollte auch seine Ernährung genauer unter die Lupe nehmen. Wie auch bei anderen Krankheiten, begünstigt eine nährstoff- oder vitaminarme Ernährung deren Entstehung oder andersherum: Wer sich unausgewogen ernährt, riskiert eine Schwächung des Immunsystems. Denn die immunologische Abwehr braucht ebenso wie alle anderen Körperzellen viele Vitamine, Mineral- und Nährstoffe, um einwandfrei zu arbeiten.

Eine zuckerarme Ernährung ist empfehlenswert und gesund, jedoch hat der Zuckerkonsum keinen Einfluss auf die Vaginalflora oder die Entstehung einer Scheidenpilzinfektion.

Zusammenfassend gilt: Eine ausgewogene, vitamin- und nährstoffreiche Ernährung stärkt das Immunsystem, kann jedoch einen Scheidenpilz nicht verhindern.

Den Scheidenpilz erfolgreich therapieren

Egal welche Ursache dahinter steckt, eine Scheidenpilzinfektion muss behandelt werden. Je eher desto besser. Zur Therapie haben sich seit Jahren die sogenannten Antimykotika mit Wirkstoffen wie Clotrimazol bestens bewährt.

Clotrimazol ist sicher, wirksam und unbedenklich – auch in der Schwangerschaft. Viele Antipilz-Medikamente sind sogenannte Breitband-Antimykotika. Das heißt: Sie wirken nicht nur gegen einen, sondern gegen mehrere Pilzstämme.

KadeFungin3 mit Clotrimazol

Idealerweise behandeln Sie eine Pilzinfektion über drei Tage mit der Kombi-Therapie KadeFungin3. KadeFungin3 erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Die Kombi-Packung besteht aus drei Vaginaltabletten und einer Creme. Die Vaginaltablette führen Sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich, abends vor dem Schlafengehen, mit dem beiliegenden Applikator in die Scheide ein – wenn Sie schwanger sind, nehmen Sie statt dem Applikator den Finger. Die Creme tragen Sie dreimal täglich auf die äußeren Schamlippen sowie den Bereich zwischen Scheideneingang und After auf.

Die Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder vaginaler Ausfluss werden in der Regel schnell gelindert – dennoch ist es wichtig, dass Sie die Behandlung konsequent zu Ende bringen. Danach sollten Sie Ihrer Vagina mit der Milchsäurekur etwas Gutes tun. Die darin enthaltene Milchsäure hilft aktiv mit, das saure Milieu der Scheide zu regenerieren.

Experimentieren Sie auf keinen Fall mit Hausmitteln – hier kursieren die wildesten Empfehlungen. Angefangen bei Scheidenspülungen mit Essig oder Teebaumöl über joghurtgetränkte Tampons bis hin zu einer gewissen Anti-Pilz-Diät. Die Wirksamkeit dieser Hausmittel konnte in keiner Studie untermauert werden.

Auch wenn Sie Antipilzmittel ohne Rezept in der Apotheke kaufen können, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen, wenn Sie erstmalig Symptome bemerken oder Sie sich Sorgen machen. Vor allem Schwangere sollten die Anwendung mit der behandelnden gynäkologischen Praxis besprechen.

Für eine erste Einschätzung, ob es sich bei den Beschwerden um eine Scheidenpilzinfektion oder eine bakterielle Infektion handelt, hilft unser Selbsttest. Jedoch ersetzt dieser keine ärztliche Diagnose.

Tipps für die Intimhygiene

Verwenden Sie zum Reinigen des Intimbereiches nur warmes Wasser oder milde Wasch- und Pflegemittel, die einen pH-Wert weniger als fünf haben. Waschen Sie sich einmal täglich – ausgenommen davon sind die Tage der Regelblutung oder des Wochenflusses sowie sportliche Aktivitäten. Immer erst den Bereich der Scheide waschen und danach die Analregion. Denn hier lauern Darmbakterien, die beim Wischen in die verkehrte Richtung leicht in die Vagina gelangen können. Das Gleiche gilt für das Abwischen nach dem Gang zur Toilette.

Statt synthetischer Slipeinlagen können Unterwäsche aus natürlichen Fasern oder Slipeinlagen aus Baumwolle einen leichten Ausfluss gut abfangen. Lassen Sie außerdem die Finger von Intimdeos oder parfümierten Feuchttüchern und beachten Sie die Regel jeder guten Intimpflege: weniger ist mehr.

Auch mit ungünstiger Kleidung können Sie einen Scheidenpilz zu sich einladen. Zu knappe Hosen und synthetische Materialien schnüren Ihrem Intimbereich sprichwörtlich die Luft ab. Steigen Sie zumindest bei der Wäsche auf natürliche Fasern um und tragen Sie lockere Kleidung.

Die Gesundheit allgemein fördern

Um die Gesundheit so gut wie möglich zu schützen, dem Immunsystem unter die Arme zu greifen und damit auch eine Infektion mit Scheidenpilzen zu vermeiden, gibt es einige effektive Hebel. Dazu zählen:

  • Ausreichend Schlaf – Schlafen Sie ungestört mindestens sechs bis acht Stunden pro Nacht.
  • Vitamin- und nährstoffreiche Ernährung – Essen Sie täglich frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Sparen Sie mit Zucker oder tierischem Fett und genießen Sie Chips, Fastfood oder Alkohol in Maßen.
  • Bewegung und Sport – Gehen Sie zu Fuß, radeln Sie oder machen Sie Sport, wann immer es in Ihren Alltag passt. Machen Sie Kardiotraining, Fitnessübungen, Gymnastik, tanzen Sie oder gehen Sie einfach nur wandern. Laufen Sie zur Arbeit oder nehmen Sie das Fahrrad, statt das Auto oder den ÖPNV. Steigen Sie die Treppen, statt im Aufzug zu fahren. Einfach gesagt: Wer nicht rastet, wird seltener krank.
  • Kein Stress und gute soziale Netze – Ob zu viel oder überfordernde Arbeit, Sorgen, Ängste oder psychische Belastungen in Beziehungen, befreien Sie sich davon, wenn es geht. Dabei helfen zuverlässige sowie solide Freundschaften, manchmal ein selbstsicheres „Nein“, aber auch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga.

Die Scheidenpilz-Ursachen kennen und vorbeugen

Scheidenpilzinfektionen haben viele Ursachen. Gut, wenn Sie die Gründe genauer kennen, so können Sie wiederkehrenden Infektionen einen Riegel vorschieben. Auch wenn ein Vaginalpilz mit Clotrimazol gut und unkompliziert behandelbar ist, ist es ratsamer, ihm vorzubeugen und einige Anti-Pilz-Routinen in den Alltag zu integrieren.

Scheidenpilz vorbeugen durch gesunde Ernährung

Dazu zählt ganz allgemein eine gesunde und stressfreie Lebensweise mit viel Bewegung an der frischen Luft und vitaminreiches sowie frisches Essen. Auch mit der richtigen Intimhygiene können Sie sich schützen. Verwenden Sie sanfte Pflegeprodukte oder nur Wasser und waschen Sie sich nicht zu oft. Frauen – egal welchen Alterns – können ihre Vagina gelegentlich, und ganz besonders nach einer bakteriellen Vaginose oder einer Antibiotika-Therapie mit einer Milchsäurekur verwöhnen, um die natürliche Scheidenflora zu stabilisieren. Denn ähnlich wie bei der Körperpflege, dankt es Ihnen auch Ihre Vagina, wenn Sie sie gut pflegen.

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