Scheidentrockenheit – Was ist das?

Viele Frauen kennen es, kaum eine spricht offen darüber. Wenn es beim Sitzen und Radfahren unangenehm zwickt, wenn der Geschlechtsverkehr schmerzvoll ist und die Haut im Intimbereich empfindlich gereizt ist, lautet die Diagnose häufig: Scheidentrockenheit.

Mit der Trockenheit kommt der Schmerz

Ist die Scheide nicht ausreichend feucht, kommt es zu einer Reihe von symptomatischen Beschwerden, die Frauen in jedem Alter betreffen können. Am häufigsten klagen die Betroffenen über folgende Symptome:

Feuchtigkeit und ein saures Milieu bieten der Scheide Schutz

Die Scheide, auch Vagina genannt, gehört zu den inneren Geschlechtsorganen der Frau und ist ein 10 bis 12 cm langer, dünnwandiger Kanal aus Bindegewebe und Muskeln. Befeuchtet wird sie durch Flüssigkeit, aus dem Blutgefäßsystem der Scheidenwand (Transsudat) und durch Schleim aus den Gebärmutterdrüsen (Zervixdrüsen). Warum aber ist die Scheide feucht?
Das feuchte Milieu der Scheide schützt vor Erregern, die z. B. beim Sex, falsches Abwischen, Schwimmen oder Saunabaden in die Scheide gelangen könnten. Dank seines sauren pH-Werts von ca. 4 hemmt das Scheidenmilieu das Wachstum krankheitserregender Keime. Bei sexueller Erregung wird die Scheidenwand zusätzlich durch Flüssigkeit aus den so genannten Bartholinschen Drüsen befeuchtet. Hier tritt ein schleimhaltiges Sekret aus, das den Geschlechtsverkehr angenehm macht.
Eine trockene Scheide entsteht, wenn sie Feuchtigkeit einbüßt. Dafür gibt es zahlreiche Ursachen. Scheidentrockenheit selbst muss dabei als Symptom verstanden werden.

Mikropille und Menopause: Wann tritt Scheidentrockenheit auf?

Von Scheidentrockenheit sind Mädchen und Frauen in jedem Alter betroffen. Besonders Frauen, die mit einer Mikropille verhüten oder sich in den Wechseljahren oder danach befinden, klagen über verschiedene Symptome, die auf eine zu trockene Scheide zurückzuführen sind. Aber auch Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente oder spezielle Stoffwechselerkrankungen können Ursache dafür sein.
Ein Besuch beim Facharzt ist entscheidend, denn bei anhaltender Scheidentrockenheit oder wiederkehrendem Auftreten, kann sie ein Hinweis auf einen Hormonmangel sein. Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann festgestellt werden, ob eine hormonelle Veränderung, wie beispielsweise in den Wechseljahren, verantwortlich ist oder ob Medikamente oder eine bestehende Erkrankung (z. B. Diabetes) die Auslöser sein könnten.

Scheidentrockenheit behandeln

Wer beim Sex nicht feucht wird und wiederkehrend mit Beschwerden wie Brennen, Jucken oder vaginalen Hautreizungen zu kämpfen hat, leidet womöglich unter Scheidentrockenheit. Dagegen sollte schnell etwas unternommen werden.
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